Kaffee schützt vor Morbus Parkinson

Schon länger war bekannt, das Koffein eine schützende Wirkung vor Parkinson hat. Allerdings waren deutliche Behandlungserfolge bisher nicht zu verzeichnen.

Forscher der Rutgers University in Brunswick/New Jersey haben nun herausgefunden, dass Koffein in Verbindung mit einem zweiten im Kaffee enthaltenen Wirkstoff nicht nur das Risiko an Parkinson zu erkranken deutlich senkt, sondern auch die Symptome fast gänzlich verhindern konnte.

Taken on an Art Deco tour of Napier, New Zealand, March 2010. A Flat White is probably the most popular coffee style drunk in New Zealand. Wikipedia. (piqs.de ID: 9c80d89c65f995ebf0bb26abd768170e)

Der Morbus Parkinson gehört mit der Lewy-Körper-Demenz (LBD) zu den Erkran­kungen, die durch Ablagerungen von Alpha-Synuclein in Nervenzellen des Gehirns ausgelöst werden. Diese vermehrte Ablagerung, die allmählich die Nervenzellen zerstört, wird mit einer Schwäche des Enzyms PP2A (Protein-Phosphatase 2A) in Verbindung gebracht.

Die Kombination aus Koffein und Eicosanoyl-5-Hydroxytryptamid (EHT) – einem weiteren Bestandteil des öligen Kaffeeextrakts – hat in Modellversuchen die Ablagerung von Alpha-Synuclein vermindert, das für die Erkrankung verantwortlich gemacht wird.

Die Forscher haben die Hypothese zunächst an Mäusen untersucht, die infolge eines Gendefekts eine parkinsonähnliche Erkrankung entwickeln. Die Behandlung mit EHT konnte die Symptome abschwächen. Auch Koffein erzielte eine Wirkung. Die Kombination der beiden Wirkstoffe konnte die Auswirkungen des Gendefekts auf das Verhalten fast gänzlich verhindern. Eine ähnliche Schutzwirkung wurde in einem zweiten Modell der Parkinsonerkrankung erzielt, die durch die Injektion von Alpha-Synuclein in das Striatum ausgelöst wird.

Die Experimente bestätigen ebenfalls die Beobachtungen aus epidemiologischen Studien, nach denen Kaffeetrinker ein um 25 % vermindertes Erkrankungsrisiko haben. Da ETH zu den fettlöslichen Substanzen gehört, dürfte die protektive Wirkung von der Art der Kaffeezubereitung abhängen. Während bei einer konventionellen Kaffeezubereitung (Filterkaffee) die fettlöslichen Anteile vom Filter zurückgehalten werden, gelangen sie bei Espressomaschinen in das Getränk, da sie Bestandteil der Crema sind.