Resistente Malariaform breitet sich aus


In Teilen Südostasiens müssen Ärzte bei der Malaria-Behandlung immer häufiger nach Alternativen suchen. In der Region des Flusses Mekong breite sich eine Form des Erregers aus, der nicht auf die gängigen Wirkstoffe Artemisinin und Piperaquine reagiere, berichten Wissenschaftler in einer aktuellen Studie. Die Chemikerin Youyou Tu entdeckte den Stoff Artemisinin. 2015 erhielt sie für ihre Forschung den Nobelpreis. Zum ersten Mal wurde der Erreger 2007 in Kambodscha nachgewiesen, mittlerweile haben Forscher ihn auch in Teilen von Nordost-Thailand, im südlichen Laos und im östlichen Myanmar entdeckt. Laut den am Donnerstag in der Fachzeitschrift „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlichten Forschungsergebnissen verdrängt die therapieresistente Form des Erregers die weniger gefährlichen Srtämme in der Region und erobert immer mehr Gebiete. Allerdings haben die Forscher neue Marker ermittelt, die anzeigen wann welcher Wirkstoff eingesetzt werden soll. Dies könnte ebenfalls zu neuen, noch besser wirksamen Medikamenten führen. Die Forscher fürchten allerdings, dass sich der gefährliche Malariastamm weiter nach Indien und sogar bis nach Afrika ausbreiten könnte. Ähnliches war in den Fünfziger- und Sechzigerjahren mit zwei gegen die damaligen Therapien resistenten Stämmen geschehen. Damals starben in Indien und in Afrika Millionen von Menschen an der durch Stechmücken übertragenen Krankheit. Seitdem wurde weltweit viel für die Prävention gegen Malaria getan. Doch noch immer ist die Krankheit, gegen die es keinen Impfstoff gibt, eine häufige Todesursache in den Tropen. 2015 starben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 438.000 Menschen an den Folgen einer Malaria-Infektion. Nicholas White vom Tropeninstitut der Mahidol-Universität in Bangkok, das die Studie durchgeführt hat, rief zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen Malaria auf. „Es wird viel diskutiert, aber zu wenig zu dem Thema gearbeitet“, sagte er. Es werde immer schwerer, die Krankheit zu behandeln. „Wir verlieren ein gefährliches Rennen.“ In der EU ist ein Medikament zugelassen, das betroffen sein könnte. In Asien sind weit mehr Medikamente betroffen. Hauptautor Arjen Dondorp warnte vor einer Ausbreitung des gefährlichen Malariastamms in Afrika: „Wenn er einmal in Afrika ist, wäre es eine Katastrophe, denn dort gibt es die meisten Malariafälle weltweit.“

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